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Aus dem Bericht vom Untersuchungsausschuß des deutschen Bundestages :

Der Flugunfall ist ausschließlich auf eine Fehleinschätzung des äußerst erfahrenen und voll einsatzfähigen Solopiloten zurückzuführen. Für den US-Gesamtleiter wie für die italienischen Team-Kollegen unvorhersehbar - versuchte er seinen zeitlichen Rückstand durch ein riskantes Manöver aufzuholen, das ihn beim Abfangen des Luftfahrzeugs ca. 700 ft zu nah und daher zu früh an den Kreuzungspunkt führte. Er kreuzte anschließend die Flugbahn einer der beiden Formationen, ohne zuvor in den vorgesehenen Steigflug übergegangen zu sein.
Die Möglichkeit einer Beeinträchtigung der Wahrnehmungsfähigkeiten des Solopiloten durch die hohe G-Belastung zum Abschluß des Vertikalfluges vor dem Flugunfall ist nicht auszuschließen, ändert jedoch an der Feststellung nichts, dass der Flugunfall durch den Gesamtleiter nicht vorhersehbar war.

 
Im Vorwort des ca. 500 Seiten starken Berichtes steht :

........dass die Feststellungen im Abschlußbericht, beleuchtet aus unterschiedlichen politischen Blickrichtungen, dazu beitragen werden, das Vertrauen in eine kooperative und freundschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Verteidigungsbündnisses zu festigen...........



Alles was ich über die Unfallursache weiss, habe ich durch die Presse, über das Fernsehen und in den letzten Jahren dann über das Internet erfahren. Es gab von offizieller Seite aus mir gegenüber kein Schuldeingeständnis und keine Stellungnahme.

Von wem auch ?

Man geht von einer Fehleinschätzung des Piloten aus ! Man machte also so viele Menschenleben von der “Einschätzung” eines Piloten abhängig ? Hätte man die Möglichkeit einer Fehleinschätzung von vorne herein bei der Planung und Durchführung der Flugschau mit einkalkulieren sollen ? Ich finde die Verantwortlichen haben es sich hier zu leicht gemacht. Warum hatte man den Kreuzungspunkt der Flugzeuge nicht einfach 100 Meter weiter nach vorne verlegt? Warum durfte die Flugfigur in Richtung der Zuschauer geflogen werden?


Dazu aus dem Bericht des Deutschen Bundestages :

Gemäß Nr. 16 des STANAG 3533 ist bei einer öffentlichen Flugveranstaltung Ein “Überfliegen von Zuschauerbereichen” vom Gesamtleiter als Ausnahme gesondert und ausdrücklich “für bestimmte Manöver” zu genehmigen. Die für den Flugtag von Ramstein maßgebliche deutsche Vorschrift Zdv 44/31 bestimmt in Nr.323 noch eindeutiger: “Das Überfliegen der Zuschauerbereiche ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen können nur vom Gesamtleiter für besonders sichere Nichtkunstflugmanöver und Überflüge, die eine Gefährdung oder Belästigung der Zuschauer ausschließen, genehmigt werden”. Eine solche Ausnahme wurde weder mittelbar (durch Akzeptieren der Vorübungen, da diese im entscheidenden Manöver anders durchgeführt wurden) noch unmittelbar genehmigt. Sie war nach den gültigen deutschen Vorschriften auch nicht genehmigungsfähig, da es sich bei dem “Durchstoßenen Herzen” eindeutig um ein Kunstflugmanöver handelte. Im Unterschied zu einem Flugmanöver, das als horizontaler Geradeausflug keine Änderungen des Flugweges enthält, birgt das Kurven auf die Zuschauer zu ein weit höheres Gefährdungspotenzial, das erst dann beseitigt ist, wenn der Flugweg des Luftfahrzeuges sich in der Vertikalen oder Horizontalen von den Zuschauern wegbewegt. Deshalb ist in Nr.22 des Stanag 3533 vorgeschrieben, dass Kurven auf die Zuschauer zu mit über 300 Knoten (ca. 550 km/h) spätestens in einer Entfernung von 3000 Fuß (900 Meter) beendet sein muß.

Der Zusammenprall ereignete sich meines Wissens nach ca. 86 Meter vor den Zuschauerreihen. Wobei die Piloten die Vorgaben einhielten.



Es entstanden in den Folgejahren verschiedene Theorien.

Waren die Frecce-Piloten in eine andere Geschichte verwickelt ? Sollten sie gewarnt werden ? War das Unglück geplant ?

Dazu  Berichte zum Download:

pdf Datei 1,43 Mb  ( Quelle: Stern )

pdf Datei 24kb  ( Quelle Tagesspiegel )



Natürlich gehe ich als Betroffener jeder Frage und jedem kleinen Puzzlestück nach. Ich habe mich schon oft nach dem “Warum” gefragt. Die Wahrscheinlichkeit durch solch eine Katastrophe zu Schaden zu kommen ist gering. Man liest meist nur davon, denkt dabei; mir wird bestimmt nichts passieren, vergisst wieder.

Bis zu dem Tag an dem man selbst zum Betroffenen wird.......!



.........Dann lässt einem das “Warum” nicht mehr los. Sucht zuerst die Schuld bei den anderen. Es gibt Gründe weshalb eine Katastrophe geschieht. Meist ist sie von Menschen gemacht. Was war in Ramstein genau der Auslöser ? Hätte sie verhindert werden können ? Als Betroffener muss man darauf achten, dass man mit solchen Fragen nicht in eine Sackgasse gerät. Man kann daran verzweifeln.

Egal welche Ursache das Unglück hatte, ich war damals für meine Familie verantwortlich. Es war meine Idee nach Ramstein zu fahren. Ich hätte an diesem Nachmittag erkennen müssen, dass es hier gefährlich ist. Wenn ich mir heute ein Video der gesamten Flugschau anschaue, denke ich daran, wie naiv ich damals war und meine ganze Familie dieser Gefahr ausgesetzt habe. Kaum ein Kind und wohl auch die wenigsten Ehefrauen haben Interesse daran eine Flugschau mit den damit verbundenen Strapazen zu besuchen. Unsere Tochter hätte den schönen Sommertag damals bestimmt lieber im Schwimmbad verbracht.

Aber dennoch möchte ich die genauen Ursachen wissen.
Es widerstrebt mir auch, die Schuld alleine beim Piloten zu suchen. Selbst wenn es ein Pilotenfehler war kann man ihn nicht alleine dafür verantwortlich machen. Er lebt nicht mehr und kann sich selber nicht rechtfertigen !
Mein Mitgefühl gilt auch den Familien der toten Piloten. Auch sie haben einen Mitmenschen verloren.
Unsere Nachsorgegruppe hatte vor einigen Jahren versucht Kontakt zu den Familien der Piloten herzustellen. Es gelang in kleinem Umfang. Der Datenschutz und die Macht der Militärs haben uns aber leider Schranken gesetzt.

 
     
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