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Sekunden nach der Kollision leisteten viele Menschen erste Hilfe. Es waren Bedienstete der Air-Base, Rot-Kreuz Helfer, Polizisten, aber auch viele Zuschauer. Sie mußten sich den grausamen Bildern stellen und viele taten das selbstverständlich und mit vollem Einsatz. Immer wieder wurde von den Betroffenen in den Medien berichtet; von den Toten den vielen Verletzten und deren Angehörigen. Aber ich denke, dass viele Helfer auch zu Betroffenen wurden.
Minuten nach der Kollision wurde ich von meiner Tochter Nadine getrennt. Alles was ich die ganzen Jahre durch wußte, war dies, dass sie Stunden später in eine Spezialklinik in Ludwigshafen eingeliefert wurde. Dort starb sie am 9. September an den Folgen ihrer Verbrennungen. Aber ich beschäftigte mich immer noch mit der Frage wer Nadine versorgt hatte?  Wer war bei ihr ?
Da war mir das Internet eine große Hilfe. Und endlich im Frühjahr 2005 bekam ich die ersten Hinweise von Menschen die sich damals um Nadine gekümmert hatten. Es ergaben sich Kontakte die mir sehr wertvoll sind.
Ich hatte bisher wenig Gelegenheit mich bei den Menschen zu bedanken die sich damals so gekümmert haben.
Ich möchte hier mit dem Einverständnis der Personen einige Beispiele zeigen und hoffe, dass ihr Einsatz auf diese Art eine Würdigung erhält.

Ein Brief :

An Roland

Von dem Flugtag Unglück kann ich mich nur noch an wenig erinnern.
Ich war zwar an dem Tag dort, aber ich weiß nicht mehr wie ich von der
Flugzeugshow zum Krankenhaus gekommen bin.
Als ich zur Notaufnahme kam, bin ich hinten, wo die Notarztfahrzeuge halten,
rein gegangen. Ich ging den Flur entlang indem alles voll war mit
verbrannten Menschen. Die waren alle so stark verbrannt, daß manche Körper
noch rauchten. Manche brannten noch innerlich und die wurden von den Aerzten
zur Seite geschoben, da diese keine Lebenserwartung hatten und um Platz zu
schaffen für diejenigen, die eine höhere Lebenschance hatten.
Meinem Ehemann wurden Spritzen und Morphium gegeben und gesagt er solle
allen Sterbenden Morphium geben damit diese keine Schmerzen mehr haben.

Roland, Troy war erst 19 Jahre alt und man gab ihm den Job zu entscheiden,
wer im Flur liegen blieb und Morphium bekam und wer einen Arzt zu sehen
bekam.
Troy hat immer noch ziemliche Schwierigkeiten mit dieser schrecklichen Zeit
mit dem was er damals alles sah.

Als ich Nadine sah war sie die erste in der Reihe. Sie war in der Nähe des
Flures in dem die Sterbenden lagen, aber nicht um dort zu bleiben.
Man hatte Nadine gesäubert und sie hatte keine Kleidung mehr an, aber eine
Krankenschwester brachte ihr etwas und deckte sie zu, damit sie nicht nackt
im Flur liegen mußte.
Als ich den Flur entlang ging, blieben meine Augen auf ihren liegen. Sie lag
auf einer Trage und starrte mich an. Sie weinte nicht.
Troy und die anderen Helfer hatten sie gesäubert, legten eine Infusion und
gaben ihr Schmerzmittel gegen ihre Schmerzen.
Ich wollte sie hoch heben, aber ich wußte das dies nicht erlaubt war.
Ich rief nach meinem Ehemann, damit er sie nicht im Flur liegen ließ. Ich
fragte ob sie sterben würde. Er sagte:" Nein, sie wird zum Arzt gebracht und
danach kommt sie in die Spezialklinik für Verbrannte."
Ich war so beruhigt zu wissen, das Sie alles für Nadine machen würden.
Nicht lang danach half Troy die Trage zum behandelten Arzt zu schieben,
damit man sie danach weiterleiten konnte zur Spezialklink.
Wir sahen sie danach nicht mehr.

Was ich Sie wissen lassen möchte ist, das ihr Haar nicht ganz verbrannt war.
Die Schwestern hatten sie sauber gemacht und ihre Haut war etwas gelblich
und es sah aus wie eine große Blase mit Flüssigkeit gefüllt. Aber ihr
Gesicht war normal.

Troy und ich haben sie sofort erkannt auf ihrer Webseite
Sie sah aus ein ein kleiner, süßer Engel mit ihren blonden Haaren und ihre
großen Augen die einen anschauten.
Die Schwestern haben sich extra mehr um sie gekümmert. Sie kamen und redeten
zu ihr mit weicher Stimme. Sie schien keine Angst zu haben und die
Schmerzmittel machten sie auch sehr schläfrig.

Ich bin mir sicher, als der Arzt ihr die Medizin gab und ihre verbrannte
Haut weggemacht wurde, dass das ziemlich schlimm aussah.
Das ist wahrscheinlich was Sie auf den Krankenhausbildern sahen, aber Nadine
sah so nicht aus als ich sie gesehen hatte.

All die Jahre glaubte Troy das Nadine am Leben ist. Wir hofften das sie
jetzt verheiratet ist und Kinder hat.
Wir waren schmerzlichst berührt zu erfahren dass sie gestorben ist.

Die Notärzte und Helfer hatten so hart an dem Tag versucht ihr zu helfen. Es
war wie ein Schlag ins Gesicht für Troy als er herausfand das jeglicher
Versuch ihr zu helfen gescheitert war.

Ich bin so froh das ich Sie gefunden habe.
Es ist eine ziemlich große Welt und für 2 Menschen sich zu finden ist
unglaublich. Da hat Gott seine Hände mit ihm Spiel gehabt.

All die Jahre wußten wir nicht was mit Nadine passiert war als sie ins
Arztzimmer ging. Jetzt wissen wir es. Es ist traurig, aber wir mussten es
wissen.
Wir sahen so viele Gesichter an diesem Tag, aber Nadine's Gesicht ist das
einzigste welches wir niemals vergessen haben.

Ich werde niemals ihr Gesicht vergessen.
Sie wird immer ein Engel für mich sein.
Mein Engel hat jetzt einen Namen....... Nadine

Tricia


Seconds after the mid-air collision, a lot of people gave first aid. They were employees of the air base as well as spectators of the show. All of them had to face the horrible sight / pictures, but they did all they could to help people in need. Again and again the media reported on people who were affected, they reported on the dead, the injured and their relatives. Yet I think that in the end many helpers became affected themselves.
I was separated from my daughter Nadine a few minutes after the collision. All I knew about that in the years to come was that she was admitted to a hospital in Ludwigshafen where she died as a result of her injuries on September 9th. But I kept asking myself the following questions: Who gave her first aid? Who stayed with her?
The Internet was very helpful. Finally, in the spring of 2005, I learned something about the people who had taken care of Nadine. We got into contact, which is of great importance to me.
So far I hardly had the chance to thank those people who had cared so much about my daughter,me and all the other injured.
With the consent of these people I would like to give you a few examples and I hope that their actions are appreciated.

To Roland.

I don't remember much from the Flugtag Disaster.
I was there that day, but I cannot remember how I got from the flightline to the hospital. When I arrived at the emergency room I came in the back entrance where the ambulances are.
I went in the hallway and it was full of burned people.
They were very badly burned, some still had smoke coming from their bodies. They were still burning on the inside and they were not expected to live. The doctors pushed them against the walls to get the people through who they might be able to save.
My husband was handed needles and Morphine and told to shoot these dying people with Morphine so they would not be in pain.

Roland, Troy was only 19 years old and he was given the job of deciding who would be left in the hall and shot with morphine and who would be taken back to the doctors. He still has a very hard time with what he saw that day.

When I saw Nadine she was at the head of the line. She was near the people in the hall, but not left there with them.
They had cleaned her up and she wasn't wearing any clothes, but one of the nurses had covered her so she would not be left naked in the hall. My eyes locked on hers as I walked down the hall toward her. She was just laying on a gurney staring at me. She was not crying.
Troy and the medics had cleaned her and given her an IV and pain medicine so she wasn't feeling the pain. I wanted to pick her up and hug her, but I was not allowed to touch her.
I yelled for my husband that he should not leave her in the hall. I asked if she was going to die. He said no, she was going back to see the doctors and then go with the others to the burn center. I was so relieved to know that they were doing everything for her to have a chance.
Not long after that Troy helped to push her gurney into the back to the doctors so they could get her ready to go. We never saw her again after that.
What I would like you to know is that her hair was not all burned off. They had cleaned her and her skin was kind of yellow and it looked like a blister that had liquid under it. But her face was the same. Troy and I recognized her immediately when we saw her on your web site. She looked like a sweet little angel with her blond hair and big eyes looking around at every one. The nurses took extra special care of her, coming by and talking to her in soft voices. She did not seem afraid at all, but the pain medicine probably made her very sleepy too.
I'm sure that once the doctors put the medicine on her and her skin started to scab over she probably looked very bad. That is probably what you saw in the hospital photos, but she did not look like that when I saw her.

All of these years Troy has believed that she lived. We hoped now that maybe she is a married woman with a child of her own. We were hurt all over again to find out that she died.

The medics tried so hard that day to help her, it made Troy have to go lay down in bed when he found out it did no good.

I am so glad to have been able to find you.
It is a big world and for two people to find each other seems like maybe God has intervened.

All of these years we did not know what had happened to her once she went to the doctor's rooms. Now we do. It is sad, but we needed to know.
We saw so many faces that day, but Nadine's face is the one that we have never forgotten.

I will never forget her face.
She will always be an angel to me.
My angel now has a name... Nadine.


Tricia


 
     
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